Adipositas (Fettsucht) entsteht durch Bewegungsmangel
Jeder Bundesbürger nimmt pro Jahr durchschnittlich 700.000kcal zu sich und
geht im Schnitt pro Jahr 220.000 Schritte. Diese Schritte sind zu wenig, denn jeder
Bundesbürger nimmt ab dem 30. Lebensjahr etwa 300 Gramm jährlich zu. Beschleunigt
wird diese Tatsache, dass der Bundesbürger pro Jahr durchschnittlich 1.600 Stunden
vor dem Fernseher sitzt.
Als Ergebnis dieses energetischen Ungleichgewichtes findet sich eine
beständige Zunahme von Menschen mit Übergewicht und Adipositas. Dies gilt nicht
nur in Deutschland sondern nahezu weltweit.
Die WHO rechnet im Jahr 2015 mit 2,3 Milliarden übergewichtigen Erwach-senen und
rund 700 Mio. adipösen Menschen.
Tatsache ist, dass nahezu jeder vierte Mensch auf der Erde übergewichtig oder adipös
ist. Unter Übergewicht versteht man einen BMI (kg/m2) von 25 -30, Adipositas Grad
I beginnt bei BMI 30, Adipositas Grad II bei BMI 35.
Mit steigendem BMI wächst das Risiko für adipositasabhängige Erkrankungen
beträchtlich.
Die Kosten für die Gesundheitssysteme können nur geschätzt werden. Man geht davon
aus, dass 6% der Gesamtausgaben für Gesundheit auf Adipositas zurückzuführen sind.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (2005) sind 58% der erwach-senen Männer
und 42% der erwachsenen Frauen in Deutschland übergewichtig. Etwa ein Viertel aller
Betroffenen ist nicht nur Übergewichtig sondern sogar adipös.
Beunruhigend ist die Tatsache, dass auch in Deutschland ein ungebrochener dynamischer
Zuwachs zu beobachten ist. Die Daten für den kurzen Beobach-tungszeitraum zwischen
2002/2003 und 2005/2006 zeigen folgenschwere Anpassungen:
- Der durchschnittliche BMI stieg um 0,5 für Frauen und um 0,4 für Männer
- Das Durchschnittsgewicht stieg um 1,2 kg für Frauen und um 1,7 kg für Männer
- Der Anteil der Männer mit Adipositas stieg um 17,5 %, der Frauen um 22,3%
- Bei starker Adipositas (BMI >35) waren die Zuwächse noch größer
Das amerikanische Paradox
Heini und Weinsier untersuchten die Veränderungen, die durch die neuzeit-lichen
Ernährungsgewohnheiten hervorgerufen werden. Dabei stießen sie auf einen paradoxen
Zusammenhang:
- Die Übergewichtsprävalenz (Krankheitshäufigkeit) in den USA stieg zwischen
1976/80 und 1988)91 von 25,5 auf 33,3%. Der Trend ist bis heute ungebrochen
- Im gleichen Zeitraum fiel die durchschnittliche Kalorienzufuhr der US-Bürger
von 1.854 auf 1.785 kcal.
- Der Fettanteil an der Nahrung reduzierte sich von 41,6% auf 36,6%.
Weniger Kalorien und weniger Fett auf dem Teller – trotzdem mehr Kilo auf der Waage?
Betrachtet man diese paradoxen Befunde, so lassen diese einen Schluss zu:
„Bewegungsmangel ist die treibende Kraft der Adipositasepidemie“
Der Bewegungsmangel bringt das eigentlich wohldosierte Zusammenspiel von Energieaufnahme
und Energieverbrauch aus dem Gleichgewicht.
Von den drei bekannten wesentlichen Faktoren, die das Körpergewicht beeinflussen,
ist es nicht vorwiegend die individuelle Stoffwechselrate und die Ernährung, sondern
der beständige und deutliche Rückgang der körperlichen Aktivität, der für die steigende
Zahl von übergewichtigen und adipösen Men-schen verantwortlich ist.
Bedeutung der Bewegung für die Gewichtsreduktion
• Nach körperlicher Belastung wird der Appetit weniger. Das liegt darin begründet,
dass unter körperlicher Aktivität Blutzucker verbraucht wird. Dadurch wird die Insulinsekretion
in der Bauchspeicheldrüse zurückgenommen, der Insulinspiegel im Blut und damit der
Appetit nehmen ab.
• Intensive körperliche Aktivitäten erhöhen auch nachfolgend die Stoffwechselaktivität.
Nach stärkeren Belastungen ist der Stoffwechsel bis zu 24 Stunden gesteigert.
Quelle: u.a. Bewegungstherapie und Gesundheitssport
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